Auf den Spurden des ersten Weltkriegs in Flandern

Reisebericht über eine CDA-Reise in die Vergangenheit. Vor 100 Jahren war die Gegend rund um Ieper (Ypern) in West-Flandern das Schlachtfeld des sogenannten „Großen Krieges“. 600.000 Soldaten starben in „Flanders Fields“. Das stolze, reiche, mittelalterliche Ieper lag an der Front und wurde zum Trümmerhaufen. Heute erinnern Ieper, Passendale, Zonnebeke,  Langemark und viele Friedhöfe und Gedenkstätten an die Sinnlosigkeit des Krieges.

Der Auftakt unserer Reise war die Stadtführung in Ieper. Am Menentor in Ieper erlebten wir den „Last Post“. Jeden Abend um 20:00 h erinnern Bläser mit einem Ehrensalut an alle Toten des Krieges. Es war sehr eindrucksvoll zu erleben, wie viele Menschen – jung und alt –  dabei waren und still und ergriffen zuhörten.
„Hill 60“ bei Ieper ist ein Zeugnis dafür, was ein Tunnelkrieg anrichten kann. Hier kann man heute noch sehen, wie Explosionen eine Landschaft „umgepflügt“ haben. Tyne Cot Cemetery, Passendale ist der größte Friedhof des Commonwealth War Graves Commission weltweit. Ein Informationszentrum informiert , auch auf Deutsch, über die Geschichte dieser Ruhestätte.
Langemark, ein deutscher Soldatenfriedhof, erinnert an die über 44.000 blutjungen Menschen, die – indoktriniert mit patriotischen Sprüchen – in den sinnlosen Tod getrieben wurden. Vladslo bei Diksmuide ist die letzte Ruhestätte von über 25.000 deutschen Soldaten. Das „trauernde Elternpaar“ ist das steinerne Gedenken der Käthe Kollwitz an ihren Sohn Peter, gefallen Oktober 2014.
Das Museum „In Flanders Fields“ ist mehr als je zuvor das Tor zum 1. Weltkrieg in Flandern. Es zeigt uns mit seinen multimedialen Anwendungen in persönlichen Geschichten das Leid des einfachen Soldaten und der Zivilbevölkerung.
Die Rückreise führte uns nach Veurne – Partnerstadt von Rösrath – über Nieuwpoort in Richtung Grimbergen – nördlich von Brüssel.
Das Mittagessen im Klosterrestaurant mit einem leckeren Abteibier und der anschließende Besuch der wunderschönen Barockkirche aus dem 17. Jhdt. waren der stimmungsvolle Abschluss einer geschichtsträchtigen Reise.
Wer auf Soldatenfriedhöfen gewesen ist, versteht Europa und 60 Jahren Frieden!

Dieser Text ist ein Reisebericht von Sylvia Wöber-Servaes über Ihre Reise mit dem CDU-Reiseverein und der CDA Bergisch Gladbach vom 18. bis 20.07.2014. Er erscheint in der CDUinform Ausgabe 2/2014.

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