Chancen für das „neue“ Stadthaus kritisch ausloten

Vorteile: Mögliche Wirtschaftlichkeit und neue städtebauliche Perspektive

Die Überlegungen für eine neues Stadthaus am S-Bahnhof nehmen mehr und mehr Gestalt an. Der CDU Stadtverband sieht noch Klärungsbedarf bei einigen offenen Punkten, allerdings auch reizvolle Möglichkeiten für die weitere Stadtentwicklung. Mit einem Fragenkatalog für die Stadtverwaltung möchte die CDU das Projekt kritisch und gründlich durchleuchten.

Angesichts der schwieriger werdenden Haushaltslage muss das Projekt sehr konservativ gerechnet werden, lautet die erste Forderung der CDU Bergisch Gladbach. Nur eine transparente und nachvollziehbare Berechnung kann die Bürgerinnen und Bürger und die Aufsichtsbehörden wie die Bezirksregierung überzeugen. Es gibt leider zu viele Beispiele von Bauprojekten der öffentlichen Hand, deren Budgets am Ende deutlich höher waren als veranschlagt. Deshalb soll die Verwaltung auch eine Alternative mit einem Investor durchkalkulieren – ein sogenanntes „Sale & Lease back-Geschäft“. Der Investor erwirbt das Grundstück, baut das neue Stadthaus und vermietet es langfristig an die Verwaltung. Diese Variante bietet wahrscheinlich weniger Einsparpotenzial, aber auch eine wirtschaftliche Sicherheit. Die Kosten für die Miete sind fix und können sich nicht großartig ändern.

Die zweite Anregung der CDU Bergisch Gladbach zielt auf die weitere Gestaltung dieses Stadteingangs hin, sprich das städtebauliche Potenzial. Bei dem Projekt sollen neben dem alten Grundstück an der Gohrsmühle zwingend das Umfeld der Villa Zanders, wenn möglich sogar der künftig entstehende Kreisverkehr integriert werden. Die Nutzung des alten Grundstücks, ob für ein Kino oder ein Bürogebäude, muss eine Aufwertung der Villa Zanders möglich machen. Eine Idee ist es, im Garten der Villa ein Cafe oder Bistro zu errichten. Die Investitionen dafür sollen mit dem Verkauf des Grundstücks gekoppelt werden. „Für diese Quartiersentwicklung bietet sich ein städtebaulicher Wettbewerb an“, so Thomas Hartmann, Vorsitzender der CDU Bergisch Gladbach.

„Die Idee des neuen Stadthauses hat ohne Frage Potenzial. Wir müssen angesichts der Finanzlage aber jedes wirtschaftliche Risiko meiden – das ist für die CDU die absolute Grundvoraussetzung“, betont Hartmann die Notwendigkeit einer zutreffenden Kalkulation. „Wenn diese Frage positiv beantwortet werden kann, sollten wir diese Chance mit aller Kraft nutzen, damit Bergisch Gladbach den nächsten Entwicklungsschritt nehmen kann.“

Foto: Jo Schlösser

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