Eine Stadt, die um junge Familien wirbt, braucht ein gutes Kulturangebot

Das Kulturgeschehen in Bergisch Gladbach hält die kulturpolitische Sprecherin der CDU-Stadtratsfraktion, Birgit Bischoff, für „angemessen“. Eine 100.000-Einwohner-Stadt, die besonders um junge Familien werbe, sollte in Bereichen wie Theater, Kunstaustellungen, Musikaufführungen und musikalische Bildungsarbeit ein motivierendes Angebot unterbreiten, betont die Kulturexpertin in einem Interview, das in der Juli-Ausgabe der Fraktionszeitschrift „inform“ veröffentlicht wird. Eine Stadt könne nicht nur davon leben, „dass die Straßen und Gebäude optimiert werden – so wichtig das ist“. Eine Stadt brauche „ebenso attraktive Kulturangebote und bezahlbare Möglichkeit einer sinnvollen Freizeitgestaltung, um als lebenswert eingestuft zu werden“.

Auf diesem Hintergrund hebt das CDU-Ratsmitglied insbesondere die Leistungen der städtischen Musikschule hervor. Rund 2.100 Mädchen und Jungen, auch einige Erwachsene, nutzten derzeit die Möglichkeiten dieser Einrichtung, in der rund 80 Lehrerinnen und Lehrer, Musikpädagogen und Musiker, teils nur stundenweise, tätig seien. Birgit Bischoff wörtlich: „Bei der täglichen Wissensmenge, mit denen die Köpfe der Kinder und Jugendlichen in den Schulen gefüttert werden, gilt mehr denn je, das kreative Potenzial zu heben. Musizierende Kinder sind die Pianisten, Orchester- und Chormitglieder und die Eltern von morgen, die in ihren Familien Musik machen. Wer eine musikalische Grundausbildung und Bildung genießt, wird nach und nach die Kultur als Bereicherung seines Lebens empfinden. Da ist jeder Zuschuss-Euro richtig angelegt.“

Papier-Kunst und „Freie Szene“

Was die Kulturexpertin der CDU-Fraktion, die sich als Kommunikatorin zwischen den Kunstschaffenden, der Verwaltung, den privaten Förderern und der Politik versteht, darüber hinaus in Bergisch Gladbach für bemerkenswert hält, fasst sie so zusammen: „Wir haben einen Bergischen Löwen mit einem umfänglichen Veranstaltungsmix für ein breites Publikum. Wir haben das Kunstmuseum Villa Zanders mit überregional beachteten Ausstellungen rund um die Papier-Kunst. Dazu kommen die Stadtbücherei, das Bergische Museum, das Schulmuseum sowie das Stadtarchiv und die VHS, auch hervorragende themenbezogene Stadtführungen sind im Angebot. Daneben positioniert sich eine agile ‚Freie Szene‘, organisiert im Stadtverband Kultur, dessen Geschäfte das städtische Kulturbüro führt. Da haben wir die Theaterschule ‚Theas‘, das Bergische Sinfonieorchester, das Atelier A24 im Technologiepark, den Konzertchor Bergisch Gladbach. Und wir haben in verschiedenen Stadteilen hervorragende Laien-Chöre.“
Ausdrücklich lobt die CDU-Politikerin das Ausstellungskonzept im Museum der Villa Zanders und die Macherin dahinter: „Mit Frau Dr. Oelschlägel wirkt in der Villa eine überaus engagierte und kompetente Museumsleiterin, die zudem eine erfolgreiche Museumspädagogin ist. Ob Kinder-, Jugend- oder Seniorengruppen, Flüchtlingsfrauen oder behinderte Menschen – sie findet immer den richtigen Ton, wenn es gilt, die ausgestellte Kunst zu erklären.“

Kulturvermarktung verbessern

Die Aufgeschlossenheit der städtischen Verantwortlichen für die Kultur bewertet Birgit Bischoff durchweg positiv. „Was ich in meinen Gesprächen etwa mit dem für Kulturfragen zuständigen Co-Dezernenten Bernd Martmann und dem Fachbereichsleiter Detleff Rockenberg erlebe, ist absolut ermutigend.“ Auch Bürgermeister Lutz Urbach stehe hinter den Kulturschaffenden und dem kommunalen Kulturauftrag. – Defizite sieht die Kulturexpertin „in der Vermarktung und Kommunikationsarbeit unserer öffentlichen Kultureinrichtungen“. Gerade hier sei in den vergangenen Jahren viel Geld und damit an Personal gespart worden. Inhaltliche Kommunikationsstrategien sollten die Kultureinrichtungen selbst entwickeln können. „Und das braucht Personal“, unterstreicht Birgitt Bischoff.
Zufrieden äußert sie sich über das private Kunst- und Kultur-Sponsoring. Es gebe einige „sehr intakte Fördervereine, die sich auch in hohem Maße und mit der Unterstützung der örtlichen Wirtschaft engagieren“. Sie sei für jeden Bürger und für jede Bürgerin dankbar, die sich für das kulturelle Angebot in Bergisch Gladbach einbrächten. „Kultur ist das kreative Potenzial des Menschen, für das sich der Einsatz immer lohnt“, unterstreicht die CDU-Politikerin.

 

 

 

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