Energie für morgen – Die Würfel sind gefallen

Am 8. April 2014 beschließt der Rat der Stadt Bergisch Gladbach mit großer Mehrheit, in eine Beteiligung an der BELKAW einzusteigen, sprich Anteile von 49,9 % anzukaufen. Das bedeutet, die BELKAW steht wie bisher für „unsere Stadtwerke“ allerdings mit dem Unterschied, dass wir jetzt mit im Boot sitzen.
Das bedeutet gleichzeitig, dass wir uns von der Neugründung eigener Stadtwerke mit strategischem Partner verabschieden. Die Ratsmehrheit möchte die hiermit verbundenen Risiken nicht eingehen.

Zur Erinnerung:
Gestartet sind wir diesen Weg im Februar 2012 über Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg mit dem einstimmigen Ratsbeschluss, alle nötigen Schritte für die Ausrichtung einer eigenen Energieversorgung zu unternehmen. Seit dieser Zeit entwickeln, durchleuchten und hinterfragen wir dieses komplexe Thema in zahlreichen Fraktions-, Fachausschuss- und Ratssitzungen, unterstützt vom Sachverstand fachkundiger Berater und einem interfraktionellen politischen Lenkungsausschuss. Als sich Anfang 2014 dieser Beratungsmarathon zu Ende neigt, bringt ein auftretender gravierender Berechnungsfehler in der Besteuerung unser Energieschiff kurz ins Wanken. Die Folge: Bestehende Wirtschaftlichkeits- und Berechnungsmodelle müssen korrigiert und überarbeitet werden.  Mit drei städtischen Informationsveranstaltungen – am 18. Februar 2014 und am 26. März 2014 im Bergischen Löwen und am 3. April 2014 in der AMG-Aula in Bensberg wird die Bürgerschaft über die Inhalte der Neuausrichtung der Energieversorgung umfassend informiert, erläutern die Bieter ihre Angebote, werden Fragen beantwortet und komplizierte Zusammenhänge verständlich gemacht. Mehr an Bürgerinfo geht nicht, konstatiert selbst die Ortspresse. Allen Unkenrufen zum Trotz: Das ausgehandelte Ergebnis erweist sich immer noch als gutes Geschäft, in unsere örtliche Energiewirtschaft einzusteigen als Ertrags- und Anlagequelle für alle Bürgerinnen und Bürger. Und so ist die Zeit reif zu entscheiden.

Wie rechnet sich der Wiedereinstieg in unsere kommunale Energiewirtschaft?

  • Wir sichern die städtische Bäderlandschaft für die kommenden 20 Jahre, indem Verluste von über 30 Millionen Euro abgedeckt werden.
  • Die Gewinne aus der Versorgung mit Strom, Gas und Wasser flossen bisher zu 100% nach Köln. Jetzt bleiben sie zur Hälfte in Bergisch Gladbach. Die Gewinne decken den Schuldendienst für die erforderliche Kreditaufnahme. Sie sichern den nachhaltigen Erwerb von Infrastruktur zur Daseinsvorsorge und schaffen zusätzlichen Freiraum  für zukunftsgerichtete städtische Investitionen.
  • Wir haben Einfluss auf die Energie- und Versorgungsentscheidungen und bestimmen damit auch die Gestaltung der Tarife.
  • Der Verzicht auf eigene Stadtwerke erspart es uns, mit Null Kunden zu starten und damit eine kosten- und zeitintensive Kundenwerbung und einen langjährigen Rechtsstreit über den Wert des Versorgungsnetzes führen zu müssen, denn dieses müsste erworben werden.

 

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