FNP: Qualitatives Wachstum geht vor Flächen-Quantität

CDU-Fraktion – Metten, Höring und de Lamboy äußern sich zum laufenden FNP-Prozess

Dr. Michael Metten hat für die CDU-Stadtratsfraktion den Grundsatz bekräftig, dass für Bergisch Gladbach ein „metropolnahes Wohnen und Arbeiten im Grünen“ auch künftig gelten müsse. Mit Blick auf den laufenden Prozess zur Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplans (FNP) betont der CDU-Fraktionsvorsitzende in der April-Ausgabe der Fraktionszeitschrift „Fraktioninform“, dieser Grundsatz sei „ein Markenzeichen von Bergisch Gladbach“. Deshalb gelte für seine Fraktion schon jetzt die Aussage: „Qualitatives Wachstum geht vor Flächen-Quantität.“ Nachdrücklich bekräftigt Metten, dass bei Ausweisungen von neuen Gewerbe- und Wohnflächen in besonderem Maße die „Infrastruktur Verkehr“ untersucht werden müsse. Da Bergisch Gladbach bereits heute „unter einem sehr hohen Verkehrsaufkommen“ leide, sei in vielen Fällen „ein weitreichendes Verkehrskonzept“ notwendig.

In der „Fraktioninform“-Ausgabe äußert sich auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Lennart Höring zum FNP-Prozess und blickt auf die öffentliche Sitzung vom 8. März im Bergischen Löwen zurück:

Als Vorsitzender des Stadtentwicklungs- und Planungsausschusses war es meine Aufgabe, diese gemeinsame Sitzung mit dem FNP-Ausschuss zu leiten. Ich war am Ende der drei Stunden zufrieden. Für mich ist es im Nachklang wichtig, dass die rund 600 anwesenden Bürgerinnen und Bürger ausführlich mitbekommen konnten, wie intensiv die Ausschussarbeit im laufenden FNP-Verfahren abläuft. Ich hoffe, dass diese Erfahrung Nachdenklichkeit erzeugt. sollte uns unterstellen, dass wir leichtfertig mit diesen Sachverhalten umgehen. Es wird auch nicht gemauschelt, als wäre alles bereits ausgemachte Sache.

Wer solches behaupte und verbreite, sage die Unwahrheit. „Nichts ist derzeit entschieden, wie auch die öffentliche Sitzung im Bergischen Löwen gezeigt hat.“

Bernd de Lamboy, in der Fraktion als Sprecher für den FNP zuständig, erwähnt in dem Beitrag, dass er über die fraktionsinternen Anhörungen von Bürgerinitiativen und Einzelpersonen weitere Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern geführt habe. Bei diesen Begegnungen habe er „stichhaltige Argumente gegen manche im FNP-Vorentwurf ausgewiesene Flächen“ genannt bekommen. Es gebe in den Eingaben aber auch Zustimmung für neue Flächen.

Meine eigenen Überprüfungen der so genannten Steckbriefe im Vorentwurf haben zu dem Ergebnis geführt, dass es Ungereimtheiten gibt. Diese können und müssen beseitigt werden, wenn es jetzt an die Feinarbeit der einzelnen Flächen geht.

Handlungsbedarf aus soziale Verantwortung

Der Fraktionsvorsitzende, sein Stellvertreter und der FNP-Sprecher  gehen davon aus, dass es gleichwohl zu Ausweisungen neuer Flächen für Gewerbe und Wohnraum geben muss. Metten:

Sofern die Stadt Bergisch Gladbach nicht auf den Siedlungsdruck durch die Ausweisung weiterer Flächen reagiert, ist mit erheblichen Miet- und Grundstückspreissteigerungen zu rechnen.

Diese würden jungen Familien, älteren Menschen und sozial Schwachen das Leben in Bergisch Gladbach sehr erschweren. Laut Grundstücksmarktbericht 2016 seien die Preise für Bauland seit 2014 um 23 Prozent gestiegen, gibt der Fraktionschef zu bedenken.

Sein Fazit: „Infolgedessen ist bei der Ausweisung der Flächen auf ein entsprechendes Angebot in allen Preisklassen zu achten. Die Neuausweisung von Flächen ist auch im Kontext der sozialen Verantwortung zu sehen. Insbesondere das Angebot im unteren Preissegment sollte durch eine stärkere Aktivierung der Bautätigkeit der RBS und/oder einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft geschaffen werden.“

Höring bekräftigt:

Die steigenden Miet- und Immobilienpreise in Bergisch Gladbach sind für mich ein deutliches Signal, dass wir mit Blick auf die nachrückende Generation handeln müssen.

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