Senioren-Mittwochstreff mit Axel Becker über die Städtepartnerschaft mit Beit Jala

Die Seniorenunion Bergisch Gladbach hatte am 18. November 2015, 15:00 Uhr zu ihrem traditionellen Mittwoch  Nachmittagstreff wieder in das Hotel-Cafè Gronauer Tannenhof eingeladen. Herr Josef Mohr stellvertretender Vorsitzender der Seniorenunion hieß den Gastredner, Herrn Pfarrer Axel Becker, Mitinitiator und Förderer der Städtepartnerschaft zwischen Bergisch Gladbach und der palästinensischen Stadt Beit Jala herzlich willkommen und dankte ihm für sein Kommen. Der Einladung folgten zahlreiche Gäste und man war gespannt auf den Vortrag Herrn Pfarrer Beckers. Die für den heutigen Nachmittag vorgesehenen Spenden würden Herrn Becker für sein Werk der Städtepartnerschaft zu Gute kommen.

Zu Beginn seiner Rede  wies Herr Becker auf die Notwendigkeit derartiger Spenden hin, die die Arbeit des Vereins finanziell unterstützen. Er begann mit einem Schlüsselerlebnis aus seiner Jugend, als er mit fünf Jahren in seiner Geburtsstadt Wuppertal  einen Fliegerangriff mit seinen Eltern überlebte. Er  war ein“Überlebender“. Das Ereignis hat sein künftiges Leben maßgeblich beeinflusst und er war bereit, ehrenamtlich tätig zu werden.  Er fragte in die Runde: „Wer ist ehrenamtlich tätig“.  Fast alle  Zuhörer konnten diese Frage bejahen.
„ Menenschwürde ist nicht verhandelbar“ .Dieses  Motto steht über seinem gesamten  Lebenswerk. Das Leben von Dietrich Bonhoeffer prägte sein Studium der evangelischen Theologie.- Wichtig wurde ihm die Ökumenische Bewegung der 60er Jahre. Sie führt die christlichen Konfessionen zusammen.  Auch tragen die Kirchen große Verantwortung, in der Welt “Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung“ zu fördern.
Er war zunächst in Köln-Zollstock als Pfarrer tätig. Am 11.11.1972, ein Datum  kölnischer Tradition, verließ er Deutschland, um sich den Aufgaben der Ev._luth. Kiche in Chile in Zeiten des großen gesellschaftlichen Umbruchs zu widmen.  Er erlebte die diktatorische  Willkür während der Regierungszeit General Pinochets. Er kehrte mit seiner Familie am Rosenmontag  1981 zurück.

In den 80er Jahren war er ev. Gemeindepfarrer in Bergisch Gladbach im Bezirk Hand und Gronau. Danach übernahm er die Leitung des Sozialwerks im Ev. Stadtkirchenverband Köln. Kirchliche Verantwortung bei der Mitgestaltung z.B. in der Arbeitswelt, Arbeitslosenprojekten, Armutsproblemen, Migrations-, Integrations- und Flüchtlingsfragen gehörten zum Arbeitsfeld. Hilfreich war die gute Zusammenarbeit mit Frau Bartscherer, Vorsitzende des Katholikenausschusses in der Stadt Köln.

Eine schwere Erkrankung zwang ihn schließlich in den vorzeitigen Ruhestand.- Pfarrer Becker suchte neue Aufgaben. Er entschied sich, eine Partnerschaft mit einer Stadt in Palästina aufzubauen. Ab 2003 fuhr er regelmäßig nach Beit Jala und schuf Kontakte zu Bergisch Gladbach. Unterstützung fand er bei der damaligen Bürgermeisterin, Frau Opladen. Durch die Besuche mit verschiedenen Gruppen reifte der Entschluss, neben  der Städtepartnerschaft Köln-Bethlehem/Palästina eine Städtepartnerschaft Bergisch Gladbach-Beit Jala/Palästina ins Leben zu rufen. Im Jahre 2010  beschloss der Rat der Stadt Bergisch Gladbach die Städtepartnerschaft.  Pfarrer Becker wies auf die vielfältigen Schwierigkeiten für das Leben in Beit Jala auf Grund der israelischen Besatzung Palästinas hin, z.B. Wasserknappheit, kein Zugang zu einem Hafen, kein eigener Flughafen, die 8 Meter hohe Trennungsmauer, die gerade auf Stadtgebiet von Beit Jala von Israel gebaut wird.. Das alles führt dazu, dass sich die Wirtschaft nicht entwickeln kann und das Land von ausländischer Hilfe abhängig bleibt.

Im September 2015 wurde im Stadtteil  Gronau der Beit Jala Platz eingeweiht. Bereits 2010 gründete sich  der Verein „Städtepartnerschaft Bergisch Gladbach-Beit Jala e.V“.  Axel Becker ist der Vorstandsvorsitzende. Herr Becker dankte für die eingegangen Spenden, ein Honorar wollte er nicht.

Herr Mohr dankte  Herrn Pfarrer Axel Becker für seinen Vortrag , der einen Einblick in die Situation der Bürger in Beit Jala und ihre Sorgen bot. Die Gäste waren begeistert über das Gehörte. Fragen an den Referenten rundeten die Veranstaltung ab.- Herr Mohr wies auf die bevorstehende Weihnachtsfeier am 09. Dezember 2015 hier im Gronauer Tannenhof hin.

von: Wilhelm Laufenberg

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