CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Michael Metten stellt mit Bürgermeister Urbach, SPD-Chef Waldschmidt und Architekt Zimmermann neue Perspektiven für die Stadtmitte vor

Es ist Wunsch der Politik, dass sich die Stadtverwaltung bereits frühzeitig mit einer möglichen Entwicklung am Standort der heutigen Verwaltungsgebäude am Konrad-Adenauer-Platz und An der Gohrsmühle beschäftigt. Hier  eröffnen sich für die Stadtmitte ganz neue Perspektiven.

Bürgermeister Lutz Urbach will schon jetzt öffentlich Akzente setzen und die Diskussion um die künftigen Veränderungen in unserer Stadtmitte anstoßen:

„Ich möchte sehr frühzeitig aufzeigen, welche Vorteile die örtliche Verlagerung der Stadtverwaltung haben kann. Denn an unseren zentralen Platz gehören viel eher Nutzungen, die Leben in die Stadt bringen, insbesondere abends und am Wochenende.“

Urbach hat deshalb den Architekten Bernd Zimmermann gebeten, seine Ideen für die Entwicklung der Flächen zu skizzieren. Entstanden ist ein ambitionierter Vorschlag, der in der Hauptsache den Neubau eines Kinocenters zum Inhalt hat. Das Gebäude schwingt sich kühn über die Grundfläche der beiden heutigen Verwaltungsbauten und des Stadthaus-Parkplatzes. Ausgerichtet ist der Bau zum neuen Kreisverkehr Schnabelsmühle, von diesem durch eine kleine Piazza getrennt. Ein dem Kino angegliedertes Parkhaus mit 200 Stellplätzen rundet den Entwurf ab. Ein weiteres, interessantes Detail, das die Funktionalität des Platzes verändern und noch einladender machen könnte, ist ein möglicher Wegfall der sogenannten „Busspur“. „Das ist ein Diskussionspunkt, über den es sich nachzudenken lohnt“, meint Urbach. „Ein Riesenvorteil dieser Lösung ist, dass nahezu der gesamte Busverkehr von der Stationsstraße die Rampe zur Paffrather Straße hinauf und dann in die Busspur wegfallen könnte. Die Fachleute prognostizieren hierdurch eine deutliche Verbesserung der Verkehrssituation in der Stationsstraße.“

Auch für Architekt Bernd Zimmermann, der schon viele stadtbildprägende Bauten in Bergisch Gladbach entworfen hat, spielte die Überlegung des verkehrsfreien Platzes eine entscheidende Rolle: „Bei unserem Vorgespräch waren der Bürgermeister und ich einer Meinung, dass die Stadtmitte nach langer Zeit wieder einen zentralen, von Bussen befreiten Marktplatz braucht, der geeignet ist, die beiden Enden der Fußgängerzone zu verknüpfen und nicht zu trennen. Auch die Parksituation im Bereich obere Hauptstraße kann weiter entschärft werden, wenn dem Kinogebäude ein Parkhaus angegliedert wird.“

Eins stellt der Bürgermeister von vornherein klar: Die Visualisierungen, die Zimmermann vorgelegt hat, sind zunächst Gedankenmodelle. Obwohl – so ganz aus der Luft gegriffen ist die Idee des Kinocenters im Stadtkern nicht. Mit Helmut Brunotte, Eigentümer des Bensberger Kinos und Marktführer im Großraum Köln, wurden bereits Gespräche geführt, und dieser zeigt sich hochgradig interessiert: „Einen Kinoneubau am Konrad-Adenauer-Platz könnte ich mir sehr gut vorstellen. Die Schließung des Viktoria-Kinos hat in der Stadt ein Vakuum hinterlassen. Die Chance, diese Lücke an solch zentraler Stelle in der Stadt wieder schließen zu können, ergibt sich wohl kaum noch ein zweites Mal.“

Urbach hat die Zimmermannschen Entwürfe auch mit den beiden Mehrheitsfraktionen erörtert; diese haben bereits bekundet, dass sie die Vorschläge für eine gute Diskussionsgrundlage halten.

CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Michael Metten:

„Wir haben uns in den letzten Jahren sehr intensiv mit der Innenstadt auseinandergesetzt und erkennen in der Neugestaltung der westlichen Platzkante ein großes Potenzial. Bereits jetzt in die öffentliche Diskussion einzusteigen, zeugt von städtebaulicher Weitsicht. Sowohl in Bezug auf die verkehrliche Situation als auch auf die Nutzung einer so zentralen Fläche sehen wir große Entwicklungschancen für die Innenstadt. Wir können uns gut vorstellen, dass ein solcher Neubau auch sehr schnell weitere attraktive Nutzungen nach sich zieht, wie zum Beispiel zusätzliche Außengastronomie.“

Auch SPD-Fraktionschef Klaus Waldschmidt befürwortet die frühe konstruktive Auseinandersetzung mit dem Thema: „“Ich freue mich auf die Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern von Bergisch Gladbach über die künftige Gestaltung rund um den Konrad-Adenauer-Platz. Der Vorschlag von Architekt Bernd Zimmermann ist ein interessanter Beitrag hierzu, mit dem die Freizeit- und Kulturmöglichkeiten in unserer Stadt spürbar verbessert werden könnten.“

Nicht nur die beiden Stadthäuser, auch das Bürogebäude Hauptstraße 192 gehört zur westlichen Platzkante. Dieses Haus befindet sich seit einigen Jahren im Eigentum der VR Bank Bergisch Gladbach, die sich ebenfalls für eine anziehende Innenstadtgestaltung stark macht, so Vorstandsvorsitzender Lothar Uedelhoven: „Das Quartier rund um das aktuelle Stadthaus und die Villa Zanders sind das Tor zur Stadt Bergisch Gladbach. Als direkter Nachbar hat die VR Bank selbstverständlich Interesse an einer positiven Entwicklung des Areals. Daher sind wir gerne bereit, uns bei der Planung und Konzeption konstruktiv einzubringen.“

Noch sind keine Verträge geschlossen, und es werden noch mehrere Jahre vergehen, in denen sich die Sichtweisen noch einige Male verändern werden. Für Bürgermeister Lutz Urbach ist die Entwicklung des alten Stadthausstandortes ein Puzzleteil, das in den vielschichtigen, tiefgreifenden Umwälzungen der letzten Jahre in der Stadtmitte eine nicht zu unterschätzende Rolle einnimmt: „Regionale 2010, Strunde hoch vier, der Bau unserer Einkaufszentren, die Entwicklung des Zanders-Geländes – all dies sind Projekte, die direkt unsere Stadtmitte betreffen und bereits viel Positives bewirkt haben. Mir ist es wichtig, den gesamten Fußgängerbereich vom Laurentiusviertel bis zum Driescher Kreuz als lohnenswertes Ziel für unsere Bürgerinnen und Bürger zu gestalten und zu erhalten. Da spielt der Konrad-Adenauer-Platz nach wie vor eine ganz zentrale Rolle.“