Senioren-Mittwochstreff mit dem Domdechanten

Die Seniorenunion Bergisch Gladbach hatte am 21. Oktober 2015 , 15.00 Uhr zu ihrem traditionellen Nachmittagstreff in den Gronauer Tannenhof eingeladen. Herr Manfred Klein , Vorsitzender der Seniorenunion hieß Monsignore Robert Kleine, Domdechant an der Hohen Domkirche zu Köln als Gastredner herzlich willkommen und dankte ihm, das er es möglich machte, unserer Einladung zu folgen.
Monsignore Kleine wies zu Anfang seiner Ausführungen darauf hin, dass er der Vertreter des Domprobstes und als Mitglied des Domkapitels für eine Vielzahl von Aufgaben im Dom zuständig sei. Es bestehe für  ihn und die meisten  der gewählten Kapitulare Residenzpflicht .Sein Büro befinde sich im Zentrum der Stadt.
Monsignore Kleine ist am 01.03.1967 in Neuß geboren. Er ist stolz, Mitglied der Neußer Schützengilde zu sein. Er hat sich schon sehr früh für das Fach Religion interessiert und nach dem Abitur und dem Rat eines Großonkels entschlossen, Priester zu werden. Sein Traumwunsch war, Pastor in einer Gemeinde , aber es wurden immer wieder neue Aufgaben an ihn herangetragen  und schließlich gab ihm sein  Großonkel den Rat: „ Gehe dort hin, wohin man dich haben will.

Monsignore  Kleine wurde nach vorherigen Aufgaben als Domdiakon, Leiter der Erwachsenenseelsorge, Heiner Koch, damaliger Leiter im Hauptamt Seelsorge, betraute ihn mit der  Vorbereitung und Durchführung des Weltjugendtages 2005  in Köln, danach  vom Erzbischof zum Dom-und damit Stadtdechant  berufen. Nun bleibt man in Köln und ist gewiss, stirbt man, am Dom begraben zu werden. Er verglich den Domprobst als Hardware und sich selbst als Software. Das Domkapitel besteht aus zwölf Kapitularen zusammen mit Domprobst und Domdechant.  Die Frage wurde gestellt „wem gehört der Dom“, er gehört sich selbst. Seine Vertreter sind die Domkapitulare. Sie vertreten ihn in allen Rechtsgeschäften.

Monsignore Kleine erinnerte an das entsetzliche Attentat auf die Oberbürgermeisterkandidatin Henriette Reker und wünschte ihr eine baldige Genesung. – Die Aufgabe eines Domdechanten ist zuerst die Durchführung der Feiern von Gottesdiensten, Leitung aller Betriebe am Dom , die Finanzgeschäfte zu führen, Aufrufe und Ankurbeln von Stiftungen, Schulung der Schweizer für ihren Dienst im Dom, Anmeldungen für Führungen im Dom durch approbierte Führer zu prüfen und zu genehmigen.

Monsignore Kleine erläuterte die Geschichte des  Doms, Gründe für die damalige Entscheidung , einen gotischen Dom zu bauen um  den Gebeinen der Heiligen Drei Königen eine würdige Stätte zu schaffen. Die Grundsteinlegung erfolgte 1248.  Er verwies darauf, dass dem damaligen Erzkanzler für Italien und Erzbischof von Köln, Rainald von Dassel die Gebeine 1162 für seine Verdienste  um die Erhaltung  der Macht des Kaisers in Italien  geschenkt wurden. Dieser führte sie dann mit den Reliquien von Gervatius, Protasius, Apollinaris, Nabor und Felix über den Rhein nach Köln .Die Reliquienverehrung und die damit verbundenen Pilgerfahrten und Wallfahrten dorthin brachten Reichtum und Anerkennung. Als man 1818 die Pläne für den seit 1322 unvollendeten Dom wiederfand, entschloß man sich, nach den Ideen des Sulpiz Boissareé,  ihn weiter  zu bauen . Die  feierliche Einweihung fand 1880 statt. Er war bis zu diesem Zeitraum staatliches Eigentum, erst danach wurde er dem Erzbistum Köln unterstellt.

Zum Abschluss hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, Fragen zum Dom und der Situation der  Verschmutzung und Beschädigung, entsprechende Maßnahmen zur Vermeidung solcher Situationen,  der  Flüchtlingsfrage, der Bedeutung des Richterfensters und vorhandene Erkenntnisse über Ergebnisse der Familiensynode in Rom zu stellen.

Herr Klein bedankte sich für den exzellenten Vortrag und kündigte den Besuch von Manfred Koch an, dem Sprecher der Bischofskonferenz. Alle Besucher waren begeistert von dem Vortrag von Monsignore Robert Kleine.

von Wilhelm Laufenberg